Der ECHTE Leitfaden zum Filmemachen für Anfänger


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Du willst lernen wie man Videos aufnimmt, schneidet und daraus einen Film macht? Dann bist du hier richtig. Ich werde dir Schritt für Schritt zeigen, was tatsächlich wichtig ist, um in relativ kurzer Zeit gute Videos zu produzieren. Keine Angst, Videos zu drehen ist nicht so kompliziert, wie es am Anfang aussieht.

Was brauche ich um Videos zu filmen?

Das ist wohl die Frage, welche sich jeder am Anfang stellt. Die meisten Leute denken, dass Videoproduktionen sehr teuer sind, da der Irrglaube herrscht, dass teure Videokameras und Kameralinsen für gute Videoqualität nötig sind. Die Kameratechnik und auch die Produktion von Videos hat sich jedoch in den letzten Jahren sehr stark verändert. Mittlerweile liefern viele Smartphones eine atemberaubende Videoqualität und werden auch tatsächlich für professionellere Videoaufnahmen hergenommen.

Um Videos aufzunehmen brauchst du weder eine teure Kamera, noch teures Equipment. Ich selber habe jahrelang mit der Sony Rx100 M4 gefilmt und mit dieser Kompaktkamera auch einige Kurzfilm-Wettbewerbe gewonnen. Damit wären wir schon bei der nächsten Frage.

Das ist der Dokumentarfilm, welcher nur mit der Sony RX100 M4 gedreht wurde. „Ali der Tiroler“ hat mehrere Preise gewonnen und wurde lediglich mit dieser Kompaktkamera gedreht.

Welche Kamera zum Filmen?

Wie ich bei der vorherigen Frage schon angeschnitten habe, braucht man keine teuren Videokameras, um mit dem Filmen anzufangen. Falls du kein Budget zur Verfügung hast, kannst du auch dein Smartphone als deine Videokamera nutzen. Die Megapixel bzw. die verschiedenen technischen Indikatoren der Kamera sollten für einen Anfänger nicht die Priorität sein.

Falls du jedoch ein kleines Budget zur Verfügung haben solltest, würde ich dir entweder die Sony RX 100 M4 empfehlen oder die Sony Alpha 6400.

Die besten Videokameras für Anfänger

Die RX 100 ist eine exzellente Kompaktkamera mit einer hervorragenden Qualität (siehe Video). Sie eignet sich sehr gut für die ersten Videoprojekte, da sie sehr leicht einzustellen ist und du dich ganz auf Filmprozess konzentrieren kannst. Preislich liegt die Kamera bei zirka 700 Euro und ist definitiv eine gute Kamera, welche ich guten Gewissens weiterempfehlen kann, da ich sie selbst auch für Videoprojekte bei meinen Kunden nutze. Außerdem ist die Kamera sehr kompakt und leicht, dadurch wird das Filmen sehr angenehm.

Die Sony Alpha 6400 ist eine Systemkamera der mittleren Preisklasse. Hier hast du die Möglichkeit mit dem manuellen Fokus zu experimentieren. Außerdem können verschiedene Linsen verwendet werden. Falls du dich jedoch für diese Kamera entscheidest, würde ich dir das Basiskit mit der Standartlinse empfehlen, da du dir dadurch Geld sparen kannst. Wie du vielleicht schon gemerkt hast, kosten die Linsen teilweise mehr als die Kamera selbst. Am Anfang deiner Filmkarriere solltest du dich, wie gesagt, auf den Filmprozess und das Festhalten des richtigen „Frames“ (Rahmens) konzentrieren.

Grundlagen für Filmemacher – Die Bestandteile eines Videos

Wie ist ein Videofilm aufgebaut?

Videofilme heute bestehen grundsätzlich aus Ton und Bild (Video). Natürlich gibt es auch Stummfilme, jedoch wird diese Technick bzw. diese Art von Film nur in ganz spezifischen Filmen angewendet, um spezielle Eindrücke und Emotionen zu wecken.

Was sind Frames bei Videos?

Die sognennanten „Frames“ geben die Bilder pro Sekunde (FPS) an. Also auf Englisch „Frames per Second“. Ein Video besteht aus einzelnen Bildern. Erst der schnelle Ablauf von vielen Bildern nacheinander erwecken bei uns das Gefühl eines bewegten Bildes. Das bedeutet, je höher die Framerate ist, desto höher ist auch die FPS (Anzahl der Bilder pro Sekunde).

Welche Framerate für Videos wählen

Welche Framerate die besten beim Filmen ist, kann man nicht einfach so sagen. Die Faustregel ist, dass die Framerate bei der Aufnahme ident sein sollte mit dem endgültigen Video. In anderen Worten: Filme in der Framerate, in der du dein finales Video haben willst.

Für das menschliche Auge hat 24 FPS die natürlichste Bewegung. Daher wird diese Framerate von den Film- und Kinoindustrie verwendet. Alles unter 24 FPS hat eine „gehackte Bewegung“ und eignet sich für Videos eher nicht, außer du willst diesen Effekt bewusst erzielen. Alles was über 30 FPS ist wirkt auch unnatürlich schnell und sollte eher vermieden werden. Auch hier gilt, was will ich mit meinem Video bewirken und wie will ich es haben.

Wie nehme ich Slow-Motion-Videos auf?

Um Slow-Motion-Effekte in Videos zu erzielen, musst du in höheren Framerates filmen und in einem Videobearbeitungsprogramm die Geschwindigkeit auf die Output-Framerate „verlangsamen“. Das bedeutet, wenn dein Video am Ende 24 FPS haben soll, kannst du deine Slow-Motion-Szenen in zum Beispiel 100 FPS aufnehmen und auf 24 FPS verlangsamen. Das gefilmte Video sollte nun zirka 25% der Geschwindigkeit der tatsächlichen Geschwindigkeit haben. Dazu werde ich noch einen eigenen Beitrag schreiben, ich wollte dir hier kurz die Logik der Framerate näher bringen.

Meine persönliche Empfehlung in einer Tabelle:

NutzenVerwendung
24 FPSStandard GeschwindigkeitOutput Geschwindigkeit des finalen Videos
50 FPSSlow Motion 50%Videos haben bei 24 FPS die halbe Geschwindigkeit
100 FPSSlow Motion 25%Videos haben bei 24 FPS 1/4 der Geschwindigkeit

Man könnte diese Tabelle noch ausweiten, jedoch will ich dich als Anfänger nicht mit viel Detailinformationen belasten. Am besten machst du gleich ein Screenshot davon oder schreibst es dir auf, damit du es beim Filmen gleich umsetzten kannst.

Wir haben für dich eine Liste von Büchern mit vertieften Wissen von Experten zum Thema „Filmen Lernen & Videografie“ zusammen gestellt. Den Beitrag findest du hier.

In welcher Auflösung soll ich die Videos drehen?

Unterschied HD bzw. 4K?

4K ist in aller Munde. Ja, 4K bietet mehr Details und ja die Qualität bei 4K ist höher, dennoch würde ich dir zu Beginn Aufnahmen in 4K nicht empfehlen.

Gründe wieso du als Anfänger nicht in 4K aufnehmen sollst:

  1. 4K verbraucht viel mehr Speicherplatz, somit können bei höheren Framerates sofort sehr hohe Datenmengen im Terabyte-Bereich erreicht werden.
  2. Durch die hohen Datenmengen brauchst du einen sehr leistungsstarken Rechner um die Videodateien später bearbeiten zu können.
  3. Sind viele Kameras bzw. Smartphones der mittleren Klasse nicht dazu konzipiert lange 4K zu filmen. Entweder reicht die die Akkuleistung nicht aus oder der Prozessor gibt den Geist auf.
  4. Dadurch, dass du bei 4K mehr Details festhalten kannst, ist das Filmen an und für sich schwerer. Jede einzelne Verwacklung wirkt sich stärker auf das Filmmaterial aus. Vor allem am Anfang gesehen solche Fehler sehr gerne

Was ist der Shutter Speed (die Belichtungszeit)?

Die Belichtungszeit ist die Länge der Belichtung, welcher der Sensor ausgesetzt ist. 1/500 ist also 1/500 einer Sekunde, in der das Licht auf den Sensor trifft. In anderen Worten, 1/500 Shutter Speed lässt weniger Licht in den Sensor als 1/250 Shutter Speed. Um wirklich einen Cinematic-Look zu erzielen sollte der Shutter-Speed immer das Doppelte der Frame Rate sein.

Empfohlene Shutter Speed Einstellungen:

FramesShutter Speed
241/50
501/100
1001/200

Was ist der ISO?

ISO steht für „International Organization for Standardization“. Es ist nichts anderes als eine digitale Einstellung der Videokamera um dem Bild zusätzliche Helligkeit hinzuzufügen. Jedoch solltest du bei der ISO aufpassen, denn je höher der ISO ist, desto mehr Qualität verliert das Bild. Du solltest immer versuchen mit der niedrigsten ISO zu drehen.

Was bedeutet Lichtstärke (Apertur) bei einer Linse bzw. Kamera?

Das Öffnungsverhältnis eines Objektives bzw. Linse wird als fotografische Lichtstärke betitelt. Je weiter sich eine Linse öffnen kann, desto mehr Licht lässt das Objektiv durch. Für Videographen stellt die die Öffnung der Linse eine besondere Eigenschaft dar.

  1. Lässt sie mehr Licht durch, somit wird weniger Iso benötigt.
  2. Entstehen bei weiter Linsenöffnung eine besondere Tiefenschärfe. Der Hintergrund wird verschwommen und das Objekt bzw. die Person, die man filmt wird hervorgehoben. Daher empfehle ich eine Linse zu kaufen, die eine weite Linsenöffnung hat.
(CC BY-SA 4.0)

Daher empfehle ich falls du eine Linse kaufen willst, eine Linse mit hoher Lichtstärke zu kaufen. Je niedriger das „f“ ist desto größer ist die Lichtstärke. Schau dir das folgende Bild an, dann wirst du verstehen, was ich damit meine.

ACHTUNG: Je „lichtstärker“ eine Linse ist, desto eher kommt es zu einer Überbelichtung. Deshalb empfehle ich einen ND-Filter zu kaufen, aber dazu schreibe ich noch einen eigenen Post.

Wie kannst Du als Anfänger das Filmemachen am besten lernen?

Wenn du das Filmemachen lernen willst, musst du nicht unbedingt eine Filmakademie oder ein Filmstudium absolvieren. Einige der besten Regisseure und Filmemacher aus Hollywood haben die Kunst der Videografie durch „das Tun“ gelernt. Ich habe hier einige Übungen aufgeschrieben, die dir dabei helfen werden „das Auge“ für die Videografie zu bekommen.

Schaue dir bewusst Filme an, um das Filmen zu lernen!

Du hast richtig gehört. Schaue dir bewusst Filme und analysiere dabei die einzelnen Szenen. Versuche dabei Muster zu erkennen, wie zum Beispiel die Darsteller aufgenommen wurden. Ist nur das Gesicht zu sehen oder der ganze Körper? Welche Musik hörst du im Hintergrund?  In der chinesischen Kultur gilt die Imitation des Meisters als Kunstwerk. Erst wenn man den Meister nachahmen kann, entwickelt man eigene Schritte. Deshalb empfehle ich dir das auch. Schau dir ganze Filme an und versuche dann gewisse Szenen zu verinnerlichen. Schreibe die Details auf und versuche dann mit deiner Kamera dieselbe Szene nachzudrehen.

Welche Mikrofone eignen sich für Videoaufnahmen?

Es gibt sehr viele gute Mikrofone, welche hervorragende Qualität bieten. Am Anfang würde ich jedoch kein zusätzliches Mikrofon zur Kamera kaufen. Dein Kameramikrofon sollte für deine ersten Videos ausreichen, außer du willst Dialoge oder Gespräche aufnehmen.

Dann würde ich dir ein externes Mikrofon empfehlen. Du kannst dein Smartphone als externes Mikrofonmedium verwenden und ein Ansteckmikrofon kaufen. Das Ansteckmikrofon platzierst du einfach an der Person die du filmen willst und versteckst das Kabel innerhalb seiner Kleidung. Das Smartphone steckt die Person in die Hosentasche. Sowohl deine Kamera als auch dein Smartphone nehmen den Ton auf, in der Postproduktion (Videobearbeitung) synchronisiert du nun Ton und Video, indem du diese Beiden übereinander legst. Wie du siehst ist dieses Verfahren ein kleines Bisschen „tricky“, daher werde ich hierzu noch einen eigenen Artikel machen.

Wie bearbeite ich Videos als Anfänger?

Die Videos werden mit einem Videobearbeitungsprogramm geschnitten. Das Schneiden von Videos erfordert sehr viel Übung. Wie im Text erwähnt besteht das Video aus verschiedenen Teilen, das Video, die Geräusche und eventuell auch die Musik. Diese Elemente müssen miteinander harmonisieren und ein Gesamtbild ergeben. Auch hier verweise ich auf den vorherigen Punkt. Nachdem du die Filme angeschaut hast und Szenen analysiert hast, kannst du versuchen den Schnitt und den Mix der Videos „nachzuschneiden“. Mit der Zeit wirst du auch das Gefühl eines Composers bekommen und den Zusammenhang von Schnitt, Video und Musik / Geräusche verstehen.

Wir haben eine Videoserie zum Thema Videobearbeitung gestartet. Teil 1 der Videobearbeitungsserie findest du hier.

Welche Videobearbeitungsprogramm ist das Beste für Anfänger?

Es gibt viele gute Videobearbeitungsprogramme. Sowohl Windows als auch Apple haben ihre eigene kostenlose Videobearbeitungssoftware vorinstalliert. WindowsMovieMaker und IMovie sind gute Videobearbeitungsprogramme um die Basics zu lernen. Ich würde dir vorallem in der Anfangsphase empfehlen kein Geld für diese Softwares ausgeben. Ich persönlich habe meine ersten Videos mit MovieMaker geschnitten und habe dann zu MagixVideo Deluxe gewechselt. Die Videobearbeitungssoftware von Magix finde ich klasse, da es günstig und vor allem für Anfänger leicht verständlich ist.

Die Wahl der der richtigen Software für den Videoschnitt kann schwierig werden. Daher haben wir uns mit diesem Thema in einem separaten Beitrag befasst und dir die besten Programme in diesem Beitrag aufgelistet.

Heute verwende ich Final Cut Pro X und habe 2015 extra für das Videoschneiden ein MacbookPro gekauft. Aber wie gesagt, diese Asset würden erst dann Sinn machen, wenn du dich schon mit den anderen Tools auskennst. Falls du aber das nötige Kleingeld hast, kannst du natürlich auch gleich mit der Videobearbeitungssoftware anfangen, welche du längerfristig verwenden willst.

Bevor du dir einen PC bzw. Laptop zur Videobearbeitung kaufst, solltest du diesen Beitrag lesen, indem wir dir zeigen, welche Modelle wir empfehlen.

Welche Grundausstattung sollte ich als Anfänger für die Videoproduktion haben?

Eine Kamera (oder Smartphone), eine Speicherkarte und ein Stativ sollten für deine Aufnahmen für deine ersten Aufnahmen ausreichend sein. Als Speicherkarte würde ich gleich eine 128GB oder 256GB Karte kaufen, um genügend Platz für die Videos zu haben. Beim Stativ würde ich dir auch nicht empfehlen das Teuerste zu nehmen. Manfrotto bietet sehr gute Stative zu annehmbaren Preisen an. Auch ich habe seit Jahren ein Manfrotto Stativ und bin sehr zufrieden damit. Das war es auch schon, mehr würde ich nicht investieren, da du in der Anfangsphase bist. Mit der Zeit wirst du erkennen, was du brauchen wirst und so dein bewusst bzw. überlegt Kamera-Equipment aufstocken kannst.

Kann ich das Filmen mit meinem Smartphone starten?

Am Anfang des Beitrages habe ich erwähnt, dass das Filmen heutzutage mit dem Smartphone gäbe ist. Tatsächlich brauchst du nur dein Smartphone um Videos aufzunehmen und diese auch direkt auf dem Mobiltelefon zu bearbeiten bzw. zu schneiden. Ich kann dir hierzu den Videokurs „Handy goes Hollywood“ empfehlen. Dieser kostet lediglich 49,99 Euro aber dafür bekommst du alle Lerninhalte, um mit deinem Smartphone professionelle Videos und Filme zu drehen. Den Kurs findest du hier.

Zusammenfassung: Videofilmen Grundlagen

Wie beim Fotografieren, ist es auch beim Filmen wichtig durch die Praxis Erfahrungen zu sammeln. Die ersten Aufnahmen sind eventuell nicht in der Profiliga, aber du wirst sehen, dass du in relativ kurzer Zeit das richtige Gespür entwickeln wirst. Wie mehrmals im Beitrag erwähnt, empfehle ich dir in der Anfangsphase dein Kopf nicht mit Details zu zerbrechen. Nimm deine Videokamera und geh in die weite Welt raus. Filme soviel du kannst und analysiere deine Videos im Nachhinein. Folgende Checkliste will dich dir zum Schluss mitgeben, damit du auch während der Aufnahmen bzw. nach dem Filmen diese Faktoren kontrollieren kannst.

Wichtigsten Faktoren beim Filmen

Ja Nein
War genug Licht während den Dreharbeiten vorhanden?
War der Focus richtig gesetzt? (z.B. Unscharfes Videomaterial)
Wie ist die Bildzusammensetzung (Frame)?
Wie ist die Tonqualität?
Gibt es Verwackelungen in den Aufnahmen?
Wie sieht der Hintergrund aus? Gibt es störende Faktoren?

Am besten druckst du dir diese Tabelle aus und nimmst sie mit zu deinen Shootings. Ich drücke dir die Daumen und freue mich, falls ich dir mit meinen Tipps geholfen habe.

Weitere Beiträge rund um das Filmen findest du auf unserer Website filmen-lernen.com

Halit Karagoez

Ich bin Teilinhaber von Filmen-Lernen.com. Ich lebe in Singapur und bin beruflich als Filmemacher und Online Marketing Manager tätig.

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